Was Trainer und Coaches besonders beachten sollten, wenn sie das Prinzip kostenlos anwenden, wollte Monika Birkner, Strategieberaterin, Unternehmenscoach und Buchautorin von mir wissen. Das Interview über das Buch sowie über die Strategie des geteilten Wissens ist in ihrem Blog erschienen. Auszug:
Oftmals höre ich die Befürchtung „Wenn ich all mein Wissen verschenke, bucht niemand mehr meine Leistungen.“ Was sagen Sie dazu?
Korrekt ist: Wenn Sie alle ihre Leistungen verschenken, wird niemand Sie kostenpflichtig buchen. Wenn Sie Ihr Wissen verschenken, steigert das die Wahrscheinlichkeit, dass andere von Ihren Leistungen erfahren und sich ein Bild von Ihnen und Ihrer Arbeitsweise machen. Aber natürlich ist es ein entscheidender Bestandteil Ihrer eigenen Strategie, sich vorher zu überlegen, wo die Grenze zur kostenpflichtigen Leistung verläuft. Das kann jeder nur selbst entscheiden.
Ein Beispiel: Wenn jemand sein Geld als Speaker verdient, dann kann er sehr gut etwa Videos von eigenen Vorträgen hochladen. Denn die Aufzeichnung ersetzt nicht den persönlichen Auftritt. Er sollte sich aber hüten, allzu oft ohne Honorar irgendwo aufzutreten. – Ein Consultant dagegen, der von Beratungsaufträgen lebt, könnte etwa bei Veranstaltungen, in denen seine Zielgruppen sitzen, sehr wohl öfter mal ohne Gage vortragen, weil ihm das Kunden bringt. In dem Maße, in dem seine Bekanntheit steigt und er oft angefragt wird, könnte er sich aber auch irgendwann vielleicht entscheiden, nur noch gegen Honorar zu sprechen. Das muss man wirklich im Einzelfall betrachten – und das ist nie auf ewig festgeschrieben.


