Das dritte Interview aus dem Buch ist im PR-Doktor erschienen: Mirko Lange erzählt von seinen Erfahrungen
Du kannst (fast) alles verschenken, was du weißt – wenn du das verkaufst, was du kannst!“ Das ist die These des Buchs Prinzip kostenlos. Seit Jahren beobachte ich viele Menschen, die das erfolgreich verwirklichen. Für das Buch habe ich insgesamt acht bekannte Wissens-Teiler selbst zu Wort kommen lassen. Für diese Praxisbeispiele habe ich die Form des Interviews gewählt. Die Befragten beschreiben, was sie antreibt, was bei ihnen gut funktioniert und auf welche Weise sie so erfolgreich geworden sind. Sie berichten von ihrer Positionierung, von persönlichen Erfahrungen, vom Umgang mit Wettbewerbern und Netzwerkpartnern. Als dritter: Mirko Lange.
Wo ziehen Sie die Grenze zur kostenpflichtigen Leistung?
Es gibt für mich zwei Faktoren. Erstens: Ist es „nur“ eine Idee, oder ist es ein Produkt, das richtig Arbeit macht? Ideen, Perspektiven, Sichtweisen kann man langfristig sowieso nicht schützen. Alles, was gedacht werden kann, wird auch gedacht werden. Man gewinnt fast nichts, wenn man es für sich behält. Im Gegenteil – hier kommt es sogar darauf an, dass man seine Idee möglichst schnell und breit publik macht, dass man vielleicht als Urheber der Idee irgendwann anerkannt ist. Zudem interessieren mich die Reaktionen. Das Social Web ist auch so etwas wie ein „Test-Lab“ – ich kann Ideen und Gedanken vorher „ausprobieren“, bevor ich sie dann einem Kunden erzähle oder in einen Vortrag einbaue.
Das Wichtigste ist aber: „Wissen“ wegzugeben, ist heute kein Risiko mehr. Denn es gibt ohnehin schon viel mehr Wissen auf der Welt, als wir jemals verarbeiten können. Wissen hilft auch vielfach nichts mehr. Man muss es können. Und deswegen habe ich auch nur bedingt Angst, dass ich mir mein Geschäft kaputt mache. Manche werden sich mein Wissen aneignen, aber „können“ tun sie es deswegen noch lange nicht.
Richtige Arbeitswerkzeuge, zum Beispiel Checklisten, teile ich aber nicht. Die würden zu oft einfach als „nette Beigabe“ übernommen werden – um nicht zu sagen „geklaut“. Da mache ich anderen einfach nur die Arbeit leichter, ohne dass eine Debatte in Gang käme.


